»Epstein war ein Konstrukt«
Auszug aus dem Buch Wem diente Jeffrey Epstein? von Tahir Chaudhry
Vorbemerkung der Redaktion: Der sogenannte Epstein-Skandal mit den dazu freigegebenen unzähligen Unterlagen und Daten erschüttert die bürgerliche Welt, von Politik über die Medien bis zur allgemeinen Öffentlichkeit. Da gibt es viel moralische Empörung, noch mehr Vermutungen – und am Ende wenig tatsächliche Aufklärung, bis auf ein paar Rücktritte mutmaßlicher Mittäter. Dabei sind die Vorgänge um den verurteilten Sexualstraftäter und mutmaßlichen Geheimdienstagenten Jeffrey Epstein vielleicht in ihrer Dimension neu, aber nicht grundsätzlich. Wie hatte doch schon Karl Marx geschrieben:
»Indem die Finanzaristokratie die Gesetze gab, die Staatsverwaltung leitete, über sämtliche organisierte öffentliche Gewalten verfügte, die öffentliche Meinung durch die Tatsachen und durch die Presse beherrschte, wiederholte sich in allen Sphären, vom Hofe bis zum Café Borgne dieselbe Prostitution, derselbe schamlose Betrug, dieselbe Sucht, sich zu bereichern, nicht durch die Produktion, sondern durch die Eskamotage schon vorhandenen fremden Reichtums, brach namentlich an den Spitzen der bürgerlichen Gesellschaft die schrankenlose, mit den bürgerlichen Gesetzen selbst jeden Augenblick kollidierende Geltendmachung der ungesunden und liederlichen Gelüste aus, worin der aus dem Spiele entspringende Reichtum naturgemäß seine Befriedigung sucht, wo der Genuß crapuleux wird, wo Geld, Schmutz und Blut zusammenfließen. Die Finanzaristokratie, in ihrer Erwerbsweise wie in ihren Genüssen, ist nichts als die Wiedergeburt des Lumpenproletariats auf den Höhen der bürgerlichen Gesellschaft.