Arzneimittel

Europäische Arzneimittelagentur kennt keine „zuverlässigen Daten“ zu Risiken von mRNA-Präparaten

(Diese Meldung ist eine Übernahme von multipolar)

Deutsche Wissenschaftlergruppe antwortet EMA-Direktorin mit 17-seitiger Studienliste / EU-weite Bürgerinitiative fordert Offenlegung und unabhängige Neubewertung der Zulassungsunterlagen der Corona-Präparate / US-Zulassungsbehörde gibt über neun Millionen Dokumente von Pfizer und Moderna frei

20. Oktober 2026

Amsterdam / Washington. Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) hat erklärt, „keine zuverlässigen wissenschaftlichen Daten“ zu kennen, „die das gegenwärtige positive Nutzen-Risiko-Verhältnis“ der Corona-Präparate „Comirnaty“ (Biontech/Pfizer) und „Spikevax“ (Moderna) grundlegend „infrage stellen können“. Dies geht aus Schriftwechseln vom Juni und Juli zwischen EMA-Direktorin Emer Cooke und den „Medizinern und Wissenschaftlern für Gesundheit, Freiheit und Demokratie“ (MWGFD) sowie einer Gruppe von Wissenschaftlern um den Chemie-Professor Jörg Matysik von der Universität Leipzig hervor. Die beiden Gruppen gehören zur EU-weiten Bürgerinitiative „Transparency4Safety“ („Transparenz für Sicherheit“).

Die Initiative will, dass die EMA die Zulassungsdaten der beiden Corona-mRNA-Präparate offenlegt, damit die Produkte von „unabhängigen, pharmafreien Expertinnen und Experten“ wissenschaftlich und regulatorisch „neu bewertet werden“ können. Bis dahin solle die EMA ein EU-Verfahren zur „sofortigen Aussetzung der Anwendung“ derartiger Produkte in die Wege leiten. Die Initiative kritisiert insbesondere, dass die Zulassung der Corona-Präparate nicht auf Grundlage der strengen Kontrollanforderungen für Gentherapeutika erfolgte, obwohl dies ihrem „tatsächlichen biologischen Wirkmechanismus“ entspreche.

Nach Cookes Aussage, dass der EMA keine relevanten Daten zu etwaigen Sicherheitsbedenken vorlägen, die die bisherige positive Bewertung der mRNA-Präparate aufheben könnten, sandten ihr die MWGFD eine 17-seitige kommentierte wissenschaftliche Literaturliste mit ausschließlich begutachteten („peer-review“) Originalarbeiten, systematischen Übersichtsarbeiten und Metaanalysen, die in renommierten wissenschaftlichen Fachzeitschriften veröffentlicht wurden. Die Wissenschaftler schreiben, es falle ihnen „schwer zu glauben, dass der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) noch keine wissenschaftlichen Erkenntnisse vorliegen, die Anlass zu einer kritischeren Neubewertung des Nutzen-Risiko-Profils der COVID-19-modRNA-Impfstoffe geben könnten“. Die „stetig wachsende Zahl veröffentlichter wissenschaftlicher Arbeiten“ werfe diesbezüglich „ernsthafte Fragen“ auf.

Parallel führt Cooke ein weiteres Argument gegen die Freigabe der Zulassungsunterlagen an: Ihrer Behörde sei es „nicht gestattet“, „Dokumente preiszugeben, die möglicherweise geschützte Geschäftsinformationen und/oder personenbezogene Daten enthalten“. In den USA hat hingegen die Zulassungsbehörde „Food and Drug Administration“ (FDA) Anfang Oktober nach einem fünf Jahre dauernden Rechtsstreit die Zulassungsunterlagen von Pfizer und Moderna freigegeben. Das berichtet das „Informed Consent Action Network“ (ICAN) („Aktionsnetzwerk Informierte Entscheidung“). Es handele sich um rund neun Millionen Seiten. Die FDA habe zuvor vor Gericht erklärt, dass die Veröffentlichung der Pfizer-Unterlagen 75 Jahre in Anspruch nehmen würde. Der Richter habe sich davon jedoch nicht überzeugen lassen.

Die europäische Initiative „Transparency4Safety“ hat mittlerweile für den 21. Oktober eine internationale Konferenz in Straßburg angekündigt. Die Stiftung der Fraktion Patrioten für Europa im Europäischen Parlament (Patriots for Europe Foundation) organisiert und finanziert die Zusammenkunft von Wissenschaftlern, Medizinern, Rechtsexperten und Parlamentsmitgliedern. Diskutiert werden sollen „unabhängige Forschungsergebnisse“ und ihre Bedeutung für die Sicherheitsbewertung. Auch die bereits bei der EMA eingereichten „Berichte zum überwiegenden öffentlichen Interesse“ sollen besprochen werden.

Diese Berichte spielen eine wichtige Rolle bei der juristischen Auseinandersetzung um die Freigabe der Zulassungsunterlagen und umfassen thematisch bislang unter anderem die im Pfizer-Präparat enthaltene und potenziell krebserregende SV40-Sequenz, die das Unternehmen zunächst nicht deklariert hatte. Weitere Berichte problematisieren die Rest-DNA in den mRNA-Präparaten oder fehlende Studien zu Schädigungen des Erbguts („Genotoxizität“).

Drucken

Drucken

Teilen